Junger Verein mit rührigen Mitgliedern

Jahresversammlung der Alzheimer Gesellschaft Untermain e. V.

Wenige Monate jung ist der im August 2011 gegründete Verein Alzheimer Gesellschaft Untermain mit Sitz in Obernburg. Doch schon am Mittwochabend fand die erste Jahresversammlung im Gasthaus Zum Karpfen statt. Die Vereinsmitglieder sind rührig. Das war dem Bericht über die bereits stattgefundenen und noch geplanten Aktivitäten zu entnehmen. Neue Impulse setzten Barbara Fleckenstein und Ingeborg Pfaff von der Alzheimer Gesellschaft Kahlgrund aus Schöllkrippen. Sie berichteten zum Thema: „Hilfe bei Demenz – Was Alzheimer Gesellschaften leisten können“.

Die Alzheimer Gesellschaft Untermain hat zwar ihren Sitz in Obernburg, ihr Tätigkeitsfeld – wie in der Vereinsbezeichnung erkennbar – erstreckt sich übers gesamte Untermaingebiet. Vorsitzende Sabine Geipel (Aschaffenburg) und ihre Stellvertreterin Carolin Kissel (Obernburg) gaben in der Jahresversammlung einen Einblick in die noch junge Geschichte des Vereins: Nach der Gründung Ende August 2011 erfolgte Ende Dezember die Anerkennung durch den Dachverband Deutsche Alzheimer Gesellschaft in Berlin. Bereits zum Welt-Alzheimertag im September vergangenen Jahres war in der Stadtbücherei in Obernburg eine Informationsveranstaltung mit Filmvorführung organisiert worden. Weiterhin nimmt die Alzheimer Gesellschaft Untermain in Kooperation mit dem BFZ in Aschaffenburg die Ausbildung zur „Betreuungskraft plus“ im Rahmen einer dreimonatigen Intensivausbildung vor.

Eine Theatergruppe wurde gegründet, um in Form von interaktiven Theaterstücken über die Demenzerkrankung aufzuklären. Ab Juni 2012 sollen die Szenen aus dem Alltag von Demenzkranken aufgeführt werden, wie Frau Geipel ankündigte. Mit den Gebietskörperschaften und den Selbsthilfegruppen der Region sei eine enge Zusammenarbeit angestrebt. So wird sich der Verein beispielsweise beim Selbsthilfetag am 16. Juni in Miltenberg präsentieren.

Was sich aus einem zarten Vereinspflänzchen entwickeln kann, machten Barbara Fleckenstein und Ingeborg Pfaff deutlich. Im Jahr 2003 hatten die ausgebildete Altenpflegerin und die betroffene Angehörige eines Demenzkranken die Alzheimer Gesellschaft Kahlgrund gegründet. Ihr Ziel sei gewesen, Hilfe für Betroffene und ihre Angehörigen anzubieten. „Damals sprach kaum jemand über Demenz und über Hilfsangebote“, berichtete Barbara Fleckenstein. Von anfangs 14 Mitgliedern hatte es der Verein innerhalb eines Jahres auf 40 Mitglieder gebracht und ein Netz von Hilfsangeboten geknüpft. Heute gehören der Alzheimer Gesellschaft Kahlgrund 60 Mitglieder an.

„Wir haben ein Konzept zur Ausbildung von Demenzbegleitern entwickelt, das vom Gesetzgeber anerkannt wurde“, berichtete Fleckenstein. Seitdem bildet der Kahlgründer Verein Demenzbegleiter aus. Zurzeit seien 40 im Einsatz. Die Vergütung erfolge über die Übungsleiterpauschale. Organisiert und koordiniert würden die Einsätze auf ehrenamtlicher Basis. Weiterhin sind die Betreuer laut Fleckenstein auch in Demenzgruppen eingesetzt, so genannte „niederschwellige Angebote“ von professionell agierenden Pflegeeinrichtungen. Die Werbetrommel muss der die Alzheimer Gesellschaft Kahlgrund nicht groß rühren, wie dem Bericht der beiden Vorsitzenden zu entnehmen war. Anfänglich hatte der Verein 400 Betreuungsstunden jährlich angeboten. Mittlerweile sind es 6000 Stunden, welche die Helfer jährlich an Demenzbetreuung leisten. „Wir wollen keine große Politik machen, sondern den Menschen helfen“, sagte Fleckenstein abschließend und stellte fest, dass der Bedarf groß ist und die vielen Anfragen bei der Alzheimer Gesellschaft im Kahlgrund mit den zu Verfügung stehenden Demenzbegleitern nicht abgedeckt werden können.

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Qualifikation mit Bestnote abgeschlossen

Acht Betreuungskräfte von Alzheimer Gesellschaft und bfz im Intensivkurs ausgebildet


Die erfolgreichen Absolventinnen Birgit Rock, Sabine Frokaj, Brigitte Wieland, Karin Bergmann, Katharina Poch, Petra Kern, Cary Claybaugh und Petra Geis (von links), die sich gemeinsam mit Carolin Kissel (vierte von rechts) und Sabine Geipel (dritte von rechts) von der Alzheimer Gesellschaft Untermain sowie der Seminarleiterin Petra Simon-Wolf (rechts) über den erfolgreichen Abschluss freuen.
Foto: bfz

Aschaffenburg. Mit dem Prädikat "sehr gut" beendeten acht Frauen aus dem Raum Aschaffenburg und aus angrenzenden hessischen Gemeinden am Donnerstag, 2. Februar 2012,  ihre Ausbildung zur „Betreuungskraft plus“.
Qualifiziertes Personal zur Betreuung von Demenzkranken ist Mangelware. Dieser Situation wirken das berufliche Fortbildungszentrum bfz in Aschaffenburg als Bildungsträger und der Verein Alzheimer Gesellschaft Untermain mit Sitz in Obernburg entgegen, indem sie in einer Kooperation diese dreimonatige Intensivqualifizierung anbieten.
Der Ausbildung in den Räumen des bfz in Aschaffenburg gehen intensive Eignungsgespräche voraus, um Personal mit fachlichen und menschlichen Voraussetzungen zu gewinnen, wobei die soziale Kompetenz eine wichtige Rolle spielt. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung und befähigt die Teilnehmerinnen, die im Sozialgesetzbuch XI im Paragraph 87b geregelte Betreuung „für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf“ vorzunehmen und auch eine angemessene Entlohnung zu erhalten.

Der nächste Kurs startet am 17. April. Hierzu gibt es am 29. Februar eine Informationsveranstaltung in den Räumen des bfz Aschaffenburg, die um 17.30 Uhr beginnt.
Info: Weitere Informationen über die Weiterbildung zur „Betreuungskraft plus“ sind beim bfz Aschaffenburg, per E-Mail oder unter der Telefon-Nr. 060 21 / 4176162 zu erhalten.

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Ausbildung zur "Betreuungskraft Plus" durch die Alzheimer-Gesellschaft

in Kooperation mit dem bfz Aschaffenburg

Kompetente Betreuungskräfte für Demenzkranke sind Mangelware, aber angesichts der demografischen Entwicklung dringend erforderlich. Ein Resümee, das im November 2011 beim ersten Symposium des Kompetenzzentrums Gesundheit (KGS) auf Initiative des Bildungswerks der bayerischen Wirtschaft (bbw) und den beruflichen Fortbildungszentren (bfz) in den Räumen des bfz in der Auhofstraße in Aschaffenburg gezogen wurde.


Ziel des KGS ist, Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Interessierte in der Region am bayerischen Untermain zusammen zu bringen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Aufgaben der Zukunft im Themenfeld Gesundheit und Soziales bewältigt werden können. Das erste Symposium befasste sich mit der Qualität der Altenpflege am bayerischen Untermain, explizit mit der Betreuung von Demenzkranken. Dass hier eine große Lücke klafft, machte Sabine Geipel, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Untermain, deutlich.
Es sei schwierig, qualifiziertes Personal für die Betreuung von Demenzkranken zu finden. Dieser Mangel soll in Zukunft durch die Intensivqualifizierung mit dem Titel „Betreuungskraft plus“ entgegen gewirkt werden. Hier arbeiten bbw und bfz als Bildungsträger und die Alzheimer Gesellschaft Untermain als Interessenvertretung dementiell Erkrankter und deren Angehöriger in einer Kooperation zusammen.  Der Qualifizierung sollen intensive Eignungsgespräche voraus gehen, um Personal mit fachlichen und menschlichen Voraussetzungen zu gewinnen. „Nicht jeder ist geeignet, einen Demenzkranken zu betreuen“, so Geipel.  


Petra Simon-Wolf von der bbw stellte die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten der Qualifizierung vor, die unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden. Wie die wissenschaftlichen Ansätze aussehen, die Kompetenz von Pflegenden zu verbessern, trug  Katharina Kucher vom Forschungsinstitut betriebliche Bildung vor. In der anschließenden Podiumsdiskussion „Qualitätsniveau in der Qualifikation – Akquise für Pflegeberufe“ wurde einmütig festgestellt, dass der Pflegeberuf insgesamt einer mangelnden Wertschätzung unterliegt.  Es sei wichtig für den Altenpflegeberuf  zu werben und Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen, gerade in den weiter führenden Schulen.  Marco Meier vom Kreis-Caritasverband Aschaffenburg machte deutlich, dass die Gesellschaft bereit sein müsse, für qualifizierte Pflege mehr Geld aufzuwenden. Petra Simon-Wolf pflichtete ihm bei, dass die Politik hier noch viel zu leisten habe und stärker mit den Sozialverbänden zusammen arbeiten müsse.

Info: Weitere Informationen über die Weiterbildung zur „Betreuungskraft plus“ bei der bbw/bfz, Petra Simon-Wolf, Telefon: 06021/4176, E-Mail: simon-wolf.petra@ab.bfz.de.